Montag, 15. Dezember 2008

Bundesliga #Hinrunden-Fazit

Nachdem wir ja noch immer nicht zum Doppelpass eingeladen wurden (Skandal!), haben wir uns dem smarten Expertentalk jetzt zumindest mal bisschen angenähert und die Hinrunde nicht wie üblich bei Luigi sondern sonntagmorgendlich bei Holle im Stadion mit Großbildleinwand-Doppelpass-Hintergrund-Beschallung besprochen und dabei unter anderem gleich mal folgende dringliche Fragen geklärt: Wird Hoffenheim nächstes jahr auch gegen Barcelona so offensiv spielen? Warum hat Klinsmann nicht schon früher auf uns gehört? Wird Leverkusen wie üblich in der Rückrunde abstürzen? Sollte man, wie Markus Babbel, im Fußball wirklich auf seine Frau hören? Können, bitte!!, auch mehr als drei Teams absteigen? Und wann gibt es endlich Konsequenzen in Köln für die miese Vorrunde (Titel schon futsch!)?, und natürlich: Wie lange muss man die Hertha noch auf Platz drei dulden?? Alle Antworten gibt, wie immer: Daniel.

Montag, 8. Dezember 2008

Alternative Liste #16

Hab mir wirklich fürchterlich einen abgebrochen diesmal mit diesem Mistding. Und bin eher unzufrieden. Bis auf die Überschrift. Die kickt. Finde ich. Der Rest: So wie ich heute: bemüht aber unwitzig. Muss besser werden.

Freitag, 5. Dezember 2008

"Absolut sicher"

Sagt der Praktikant also ungefragternsttrocken: „Geht drei null für die Bayern aus heute.“ Und noch bevor ich anfangen kann, ihn fies zu verhöhnen, unterbricht er mich schon wieder mit der Ruhe aller Welten: „Doch, doch. Glaub mir. Bin mir sehr sicher.“

Ich: Träum weiter.
Praktikant: Können ja wetten. Bin ich gut drin. Hab mal 700 Euro gewonnen.
Ich: Wann?
Praktikant: Letztes Jahr. Bayern in Bremen. War mir total sicher, dass die mit drei Toren gewinnen. Ging vier null aus.
Ich: Einsatz?
Praktikant: Fuffzig Euro.
Ich: Du setzt fuffzig Euro auf so was??
Praktikant: Ich war mir absolut sicher.
Ich: Hm.
Praktikant: Als Porto damals den Uefa Cup geholt hat, war ich auch absolut sicher. Hab vor der Saison zwanzig Euro auf die gesetzt. Gab 2.800 Euro.
Ich: Was??
Praktikant: Ja. Hab mich tierisch geärgert, dass ich nicht 100 gesetzt hab. Ob ich die nun versaufe oder verwette ist ja auch egal.
Ich: Wettest du oft?
Praktikant: Nein. Waren die einzigen beiden Male.
Ich: Und? Bist du heute Abend auch absolut sicher?
Praktikant: Also ich bin mir sehr sicher, kann dir allerdings nicht genau sagen, ob es drei null oder drei eins ausgeht, deshalb bin ich auch nicht in Wettlaune.
Ich: Ha!!! Merkste selber, oder?
Praktikant: Hm.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Bundesliga, Spieltag #16

Schock #1: Nur 52 Prozent der Bild.de-User drücken Hoffenheim die Daumen! Schock #2: Daniel glaubt ernsthaft an die Bayern! Er habe da so ein Gefühl, ihn würde da was treiben, das käme mehr so aus dem Bauch heraus, das könne man auch gar nicht so erklären, jedenfalls tippe er auf die Bayern. Dabei gibt es knallharte Fakten: Es ist ja statistisch erwiesen: Hoffe ist besser als der FC Ruhmreich! Das sieht auch Ciriaco Sforza (sic) so. Für ihn ist Hoffe auch in München Favorit. Drum dürfte klar sein: Die Bayern werden gehörig überrollt. Die Vorschau auf das Spiel der Spiele am 16. Spieltag. Live und direkt vom Bayern-Training!



PS: Ich rede übrigens deshalb so leise, weil ich als stolzer Schon-Immer-Hardcore-Hoffenheim-Fan gehörigst Schiss vor den Bayern-Fans im Hintergrund hatte. Die haben nämlich die ganze Zeit über fies und gefährlich rüber geschaut.

Golden State Göttingen

War damals wohl nur zu früh dran mit diesem Text. Jetzt stimmt's so langsam. Paar Namen müsste man ändern, aber das sind Details. Quasi-punktgleich mit Alba. Stark, liebe BG!

Dienstag, 2. Dezember 2008

Immer weiter

Bin übrigens überaus glücklich über diesen Blog-Eintrag des Kollegen Steudel! Hatte mir ja wirklich schon einige Sorgen gemacht, die in einer eindringlichen Nachricht an den Kollegen gipfelten, jetzt bloß nicht das Bloggen aufzugeben, das einen solchen Aufstieg ja überhaupt erst möglich gemacht hat. Scheint also angekommen zu sein, diese Nachricht. Bin sehr erleichtert, jetzt.

Donnerstag, 27. November 2008

Bundesliga, Spieltag #15

Die Bayern holen in Leverkusen wie immer bombensichere drei Punkte. Meister werden sie natürlich trotzdem nicht - weil Hoffenheim, das unfairste Team der Liga, bereits eine Hand an der Schale hat: Zwanzig Siege noch, und das Ding ist gewuppt. Gegen Biele geht’s gleich gut los, sechsnull. Die Vorschau auf den 15. Spieltag, bei lecker Kakao draußen in so nem Eck-Café. Und toller Service auch für alle, die sich wegen Hertha und Platz vier schon Sorgen machen: Wir analysieren ausführlich a) wie es soweit kommen konnte und b) wann der Spuk wieder vorbei ist. Super!



Und, grad gesehen: Unsere Analysen zur Hertha (aktuell Platz 2! nicht zu fassen!) finden skandalöserweise nicht überall ihre wohl verdiente Anerkennung: Hier zum Beispiel werden wir ganz akkurat durchgebasht. Reinklicken lohnt sich!

Mittwoch, 26. November 2008

Was man halt so sagt...

Sich entschuldigen? Kann jeder! Ist ganz einfach. Kinderkram. Und bringt meistens nichts. Kommt beim Endverbraucher ja nie richtig an. Da bleibt immer was hängen. Zum Beispiel Ballack-Gate: Da gab es erst eine Entschuldigungs-Aussprache mit anschließendem Respekts-Blabla, und nach dem erstbesten Interview fängt das neuerliche Gegrübel wieder an, ob es da auch wirklich eine Entschuldigung gab, und wenn ja: ob Ballack die jetzt zurück genommen hat, und wenn ja: wie Löw da seinerseits drauf reagiert, und dann nimmt das alles einfach kein Ende, niemals hört das auf, immerzu geht das so weiter. Ergo: Entschuldigungen und Aussprachen sind kompletter Unfug.


Einer, der das komplett begriffen hat, ist Peter Neururer. Der hatte ja kürzlich im Interview mit dem Kollegen Bogner nochmal seine verstaubten Klinsmann-Lehrling-Aussagen von damals rausgekramt und bekräftigt, und das ziemte sich natürlich nicht, schließlich ist Neururer ja jetzt wieder in Lohn und Brot und somit wieder ein waschechter Kollege des Klinsmann, und über Kollegen sagt man solche Sachen nicht, das gehört sich nicht, und das weiß auch Peter Neururer, und weil Peter Neururer klug und weise ist und weiß, dass Aussprachen und Entschuldigungen nichts bringen, hat er damit auch gar nicht erst angefangen, sondern gleich den komplett reinen Tisch gemacht:

Im Interview mit Sport1 sagt Peter Neururer daher also original: "Diese Aussage habe ich nicht jetzt, sondern schon vor langer Zeit im DSF-Doppelpass getätigt. Dass ich das jetzt nochmal woanders wiederholt haben soll, ist Blödsinn." Und ich finde das sehr stark von Peter Neururer, da gar nicht erst groß mit halbherzigen Entschuldigungen rumzueiern, sondern stattdessen kurz und bündig zu dementieren: Blödsinn! Hab ich nicht gesagt! Dass es einen Mitschnitt gibt, dass das Interview von Peter Neururer so autorisiert wurde: geschenkt! Und ich finde, das ist genau der richtige Weg, drum erhoffe und erwarte ich bis Jahresende noch weitere Blödsinn!-Statements:


# Lukas Podolski: "Ich zurück nach Köln? Blödsinn! Was soll ich in Köln? Spinnt ihr jetzt total?? Bayern ist super! Ich hab doch hier sau!-gei!-le! Perspektiven, Leute! Köln ist ja ganz nett, so als Stadt und so, aber sportlich? Was soll ich da? Die spielen eh bald wieder Zweite Liga. Nee, nee, lasst mal!"

# Jürgen Klinsmann: "Jeden besser machen? Jeden Tag?? Ich??? Blödsinn!! So einen Quatsch hab ich sicher nicht gesagt! Wie soll das denn gehen? Habt ihr den Lell mal gesehen?? Also bitte!! ICH bin hier, um zu lernen. Nicht die. Und nächstes Jahr werd ich eh der Trainer von Tiger Woods."

# Michael Ballack: "Interview? Welches Interview? Ich hab kein Interview gegeben! FAZ? Astrein ausgedacht hat sich das dieser Typ. Diesen Blödsinn! Aber da könnt ihr drauf wetten: Die klagt mein Anwalt jetzt in Grund und Boden. Die schreiben nie wieder was. Gar nichts! Nie! Wieder!"

# Kevin Kuranyi: "Häh? Ich soll abgehauen sein? In der Halbzeitpause? Blödsinn!! Ich war nur kurz aufm Klo! Und dann stand ich ne Stunde am Bierstand! Und dann war das Spiel aus, und ich bin heim. Und zwischen Jogi und mir: alles piccobello. Und 2010 schieß ich euch zum Titel. Hehe."

# Joachim Löw: "Interview? Aussprache? Blödsinn!! Mache ich grund!-sätz!-lich! nicht, sowas. Und der Ballack fliegt demnächst. Einfach so. Weil ich keinen Bock mehr auf den hab. Damit ihr mal wisst, wer hier der Boss ist. Und das mit Kuranyi kann ich bestätigen. Der bleibt. Basta."

Dienstag, 25. November 2008

Alternative Liste #14

Hab gestern also schon wieder die Alternative Liste des Kollegen Moser geschrieben. Und - endlich - auch bei mir mal paar dieser "Joa, geht, war aber auch schon mal besser..."-Kommentare.


Meine persönlichen Highlights natürlich: Die Bildunterschriften. Möchte später mal Bildunterschriften-Texter werden wenn ich groß bin. Falls es solche Jobs gibt. Gibt es solche Jobs?

Freitag, 21. November 2008

Bundesliga, Spieltag #14

Gegen Cottbus gibt es einen überzeugenden 7:0-Kantersieg für die Bayern. Also fast. Und vielleicht. Auch Hoffe holt lockere drei Punkte. Allerdings wird das wieder nichts für Event-Fans. Werder dagegen ist nach dem Dreier schon wieder satt: Das Nordderby geht in die Hose. Alle Ergebnisse vom Wochenende: schon hier und jetzt im Video.

Donnerstag, 20. November 2008

Schland vs. Ingeland

Kollege Bogner twitterte. Ich lachte.


Beim Spiel dann eher nicht mehr. Erst wieder bei der Einzelkritik der Süddeutschen und dem Live-Ticker der 11Freunde.

Mittwoch, 19. November 2008

Pastoren, Friseure, Handyverkäufer

Ich habe heute in der Sport Bild gelesen, dass Zé Roberto bereits sehr konkrete Pläne für die Zeit nach seiner Zeit als Fußballprofi hat, er möchte nämlich Pastor werden, und er hätte sich da bereits erkundigt, er müsse vier Jahre Theologie studieren, und das würde ihn sehr erfüllen, und dann wäre Zé Roberto also Pastor. Und ich begrüße das sehr, wenn Fußballprofis schon jetzt an später denken, denn viele wissen ja gar nicht, was sie anstellen sollen mit ihrem Leben, drum werden sie entweder Kolumnist oder probieren sich in völlig sachfremden Gebieten, wie zum Beispiel Christian Wörns, der sich nun in einer Hobby-Truppe im Sturm (!) versucht. Da nicht alle Spieler so weitsichtig sind, habe auch ich mir paar Gedanken zu möglichen Jobs gemacht, und neben den naheliegenden, plakativen und daher: abzulehnenden Gedanken (die Altintops eröffnen einen Döner-Imbiss, Petric und Olic verkaufen Handys, Wichniarek und Blaszykowski machen in Auto-In/Export), kam ich auf folgende Job-Profile:

Was Profis so werden könnten: Meine Top 11:


# Kevin Kuranyi eröffnet Kevs Barbershop, dessen Kreationen internationalen Ruhm erlangen: Mr. T. a.k.a. B.A. Baracus reist regelmäßig aus den USA an.

# Tim Wiese eröffnet ein Sonnenstudio mit dem Namen Tims Toaster, nebenher betreibt er ein Spiegelkabinett, in dem er den Großteil seiner Freizeit verbringt.

# Maik Franz schließt sich einem Autoscooter an. Von der Dorfjugend wird er für seine lässigen Rückfahrtsfahrten und Einparkmanöver angehimmelt.

# Mario Gomez merkt schnell, dass er ohne Maik Franz nicht kann und bewirbt sich daraufhin auf eines dieser Schilder: "Junger Mann zum Mitreisen gesucht."

# David Jarolim zieht es zum Film. Da er beim Theater jedoch abgelehnt wird (er kann nur eine einzige Szene), eröffnet er kurzerhand eine Videothek.

# Ashkan Dejagah lehnt ein gut dotiertes Angebot von Aggro Berlin ab, zieht in den Detroiter Trailerpark und macht sich in lokalen Rap-Battles schnell einen Namen.

# Jiri Stajner eröffnet das Stajners, eine einschlägig bekannte, verruchte und verrauchte Bar, in der rund um die Uhr klare Rachenputzer serviert werden.

# David Odonkor tut sich und der Fußballwelt einen Gefallen und wechselt endgültig in die Leichtathletik. Und das schon vor dem Ende seiner "Karriere".

# Miroslav Klose bleibt bodenständig und krallt sich den Klassiker unter den Fußballer-Jobs: Er eröffnet eine Toto-Lotto-Annahmestelle in der Pfalz.

# Jens Lehmann nimmt (ich berichtete) das Angebot von Bayern-Manager Bierhoff an, neuer Torwarttrainer beim FCB zu werden. Dafür gibt er seine Tankstelle auf.

# Lukas Podolski zieht als Privatier nach Köln. Podolski, Köln, die Bild-Zeitung und auch ganz Deutschland atmen auf. Wenig später wird er Bürgermeister.

Das wären jetzt also mal auf die erste Schnelle meine Gedanken. Sehr sehr gute ergänzende User-Kommentare dazu gibt es im SPOX-Blog.

Dienstag, 18. November 2008

Bernd

Ich habe ja neuerdings zwei Mitbewohner: Den einen, dem ich an der Playse immer ne schicke Naht verpasse, und den anderen, der mich immer mit den neuesten News und Gerüchten aus der glitzernden Welt des Fußballs versorgt. Und gestern Abend hatte ich also eine mittelgroße Schreckminute, als mich letzterer mit leuchtenden Augen und Schaum vor dem Mund darüber informierte, dass Real Madrid für 19 Uhr eine Sonder-Pressekonferenz anberaumt hätte. Dass Don Bernardo nun also, höhö, gefeuert würde in Madrid, und da war ich natürlich sofort hochgradig in Sorge, denn wie kann man denn bitte den Blonden Engel rausschmeißen?

Einen Mann, der ...

... als Trainer einmal sagte, keiner seiner Spieler müsse so gut spielen, wie er früher. Das könne er ja schließlich von niemandem verlangen.

... in der Halbzeit einmal stur im Regen stehen blieb, statt seinen Kölnern zu vermitteln, wie sie den 1:4-Rückstand gegen St. Pauli aufholen könnten.

... schon nach wenigen Wochen bei Real Madrid angesichts ganz sachter Kritik öffentlich erklärte, er müsse mal sehen, wie lange er sich das antun werde.

... auf Pressekonferenzen auch schon mal nach ein, zwei, drei Fragen einfach aufsteht und geht, weil ihn die Fragen so sehr langweilen.

... den Vorschlag des gegelten Sportdirektors, ein freiwilliges Sonder-Straftraining abzuhalten, ebenso ignorierte (Taufe!) wie das Gros seiner Spieler.


"Wie um alles in der Welt kann man so einen Mann bitte feuern?", dachte ich also so bei mir, als mir der sensationslüsterne Mitbewohner geifernd von dieser außerordentlichen Pressekonferenz bei den Ex-Galaktischen erzählte. "Und was um Himmels Willen sagt Peter Neururer dazu, der sich nun womöglich in den Hintern beißt, so voreilig in Duisburg unterschrieben und nicht doch noch die Entwicklungen in Madrid abgewartet zu haben?", war der zweite Gedanke. "Und wie, verdammt, sah dieses freiwillige Training aus, zu dem ja immerhin fünf Real-Profis - inklusive Metzelder! - erschienen waren?", war der dritte Gedanke, "gab es da einfach ein 4 gegen 1, und Metze stand eine Stunde lang in der Mitte?" Das waren so die ersten, wilden, brainstormigen Gedanken und Sorgen zum Thema, also wartete ich voller Ungeduld und Verzweiflung und Zerrissenheit diese Pressekonferenz ab, und dann kam die, und es passierte letztlich: gar nichts. Bernd Schuster bleibt im Amt, Predrag (wörtlich übersetzt übrigens: überaus lieb!!!) Mijatovic rettet seine Haut, Schuld sind weitgehend die Spieler, und davon soll es im Winter halt noch ein paar Neue geben, und dann ist ja alles wieder im Lack.

Und da war ich erst ziemlich erleichtert, dass Don Bernardo auch weiterhin in Madrid wirken darf, und dann sofort verwundert, dass mich dieser eine Satz des Mitbewohners gleich so ins mentale Durchdrehen gebracht hatte. Ich muss da künftig mehr Ruhe bewahren wenn der Mitbewohner mit seinen spekulativen Sensationsnews aufwartet. Ich möchte nicht, dass sich meine neuen Wohnverhältnisse auf das Bloggen niederschlagen

Freitag, 14. November 2008

Bundesliga, Spieltag 13

Trotz ausgefuchster Meyer-Finten: Die Bayern marschieren. Weil Klinsmann eben auch ein Fuchs ist. Für Super-Hoffe und Mega-Lev dagegen wird's wieder fies. Cottbus überrascht mit einem ganz neuen Ergebnis. Und über Köln verlieren wir kein Wort. Die Vorschau auf den 13. Spieltag. Mit Ergebnissen und wirklich ganz phantastischem Setting wieder...

Donnerstag, 13. November 2008

Der bessere van der Vaart

Der russische Irrwisch Andrey Arshavin möchte sich ja seit einiger Zeit klubmäßig verändern und Zenit St. Petersburg zugunsten seiner großen Liebe den Rücken kehren, was er die Welt regelmäßig und mit immer größerem Nachdruck auch wissen lässt. So weit, so okay. Was mich jedoch verwundert, ist die enorme emotionale Flexibilität des Andrey Arshavin. Innerhalb weniger Wochen hat er sich bis über beide Ohren in gleich vier verschiedene Klubs verliebt. Das ist doch höchst beachtlich, wie ich finde.

Intensive Flirts mit den Spurs, mit Barca, mit Bayern, mit Real, und das in so kurzer Zeit, das ist nicht schlecht, das muss man zugeben, damit hat sich Andrey Arshavin quasi von jetzt auf gleich zum besseren Rafael van der Vaart gemausert. Denn der sympathische Geschäftsmann aus Holland hatte seinerzeit ja nur drei heftige Techtelmechtel am Laufen, einerseits mit Valencia und Real, andererseits, weil er ja unbedingt nach Spanien wollte, mit Juve, und das über einen viel längeren Zeitraum hinweg.


Andrey Arshavin ist also der weitaus umtriebigere Aufreißer, Tottenham, Barcelona, Madrid und München, der Mann kommt gut rum, und es dürfte keine Frage sein: Ohne einen echten Top-Berater ist so etwas heutzutage gar nicht zu bewerkstelligen. Ich stelle mir das so vor: Andrey Arshavins Berater hat da also so ein Einheits-Fax, das er alle paar Wochen an alle Pressekontakte rausfaxt. Der Text ist immer derselbe, nur der Klub und das Datum werden ausgetauscht, und der Text geht ungefähr so:

...

Liebe Freunde von der Presse,

ich Andrey Arshavin, ein sehr sehr guter Stürmer des russischen Spitzenklubs Zenit St. Petersburg, bekannt aus Uefa Cup, Champions League und EM, wechselwillig, beidfüßig und im besten Alter, nehme hiermit Bezug auf alle Gerüchte, die es gibt:

[Team XY] ist ein europäischer Spitzenklub und eine der besten Mannschaften der Welt. Von [Team XY] umworben zu sein, ist eine große Ehre für mich. Es erfüllt mich mit großem Stolz, wenn die Verantwortlichen von [Team XY] auf mich aufmerksam wurden.

Die [Liga XY] war schon immer meine Lieblingsliga, die ich regelmäßig mit großem Interesse verfolge. Wenn [Team XY] mich wirklich haben will, wie könnte ich da nein sagen? Ich liebe [Team XY], es ist mein großer Traum, für [Team XY] zu spielen.

Ich möchte mich mit den Besten der Welt messen und eines Tages die Champions League gewinnen. Außerdem möchte ich dringend weg aus Petersburg, es ist sowas von arschkalt hier, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Ich brauche endlich Sonne!

Für weitere Auskünfte und noch deutlichere Liebesbekundungen stehe ich euch jederzeit gern zur Verfügung. Ruft einfach an, die Nummer habt ihr ja. Wäre echt super, wenn ihr was für mich machen könnt, muss wirklich dringend weg hier!

Liebe Grüße,
euer Andrey

...

Diesen Text hat Andrey Arshavins Berater also innerhalb weniger Wochen an die genannten vier Top-Klubs rausgejagt, anders kann ich mir das ja gar nicht vorstellen, und wer weiß, wie hoch die Dunkelziffer ist, an wen das Fax noch so alles rausgegangen ist. Und ich finde das stark und löblich, denn in Zeiten wie diesen kommen auch Topprofis nicht mehr um Massenbewerbungen drumrum. Gute Jobs sind rar gesät. Und ich bin mir sicher: Irgendwann wird jemand anbeißen. Gutes Personal ist schließlich auch höchst selten.

Mittwoch, 12. November 2008

Muttis Finest

Joachim Löw findet ja neuerdings großen Gefallen an seiner Rolle als Bruce Löw, dem gnadenlosen Bekämpfer der mimosenhaften Herren Fußballprofis (ich berichtete), anders kann ich seine neuerlichen rundumschlägigen Aussagen jedenfalls nicht deuten. Bruce Löw grollte und zürnte also in der Sport Bild:

"Was heißt es denn, Nationalspieler zu sein? Was heißt es denn, Vorbild für viele Kinder zu sein? Wo liegt das Problem, sich weiterzubilden, Medienschulung zu betreiben? Was heißt eine richtige Karriereplanung? Was heißt es, Teil einer Mannschaft zu sein? Das sind alles wichtige Themen, die hier in Deutschland viel zu kurz kommen."

Und ich begrüße es sehr, dass Löw diese Themen nun flugs angehen will, denn auch mir geht ja die Motzki-Liga (Bild berichtete) gehörig auf die Nerven. Auch mir ist es ein dringendes Bedürfnis, schleunigst für mehr Anstand im Fußball zu sorgen und aus den Herren Motzki-Mimosen bessere Menschen zu machen. Im Grunde lässt sich das Löwsche Manifest ja in zwei Worten zusammenfassen: gute Kinderstube [Vgl. Rehhagel, Otto: Groß und verheiratet müssen sie sein. Bremen, Lautern, Athen. Altessener Verlag, 1988 bis 2004]. Drum freue ich mich wirklich sehr, dass Löw künftig nur nach Soft Skills aufstellen will.

Viel zu oft hört man doch, es brauche mehr Stinkstiefel im deutschen Fußball, und immer hört man es nur von denen, die früher selbst als solche galten. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Wir brauchen eine 1a-Schwiegersöhnchen-Truppe. Eine Kuschel-Elf. Zum Anhimmeln und Liebhaben. Schluss mit Motzkis und Mimosen. Drum habe ich gegrübelt, wie eine solche Elf der Schwiegersöhne aussehen würde. Wer da in der Startelf stünde. Und weil ich unsicher war, rief ich meine Mutter an. Und bat sie um ihre Sympathie-Elf. Die Charme-Favoriten. Also jene Jungs, die Bruce Löw künftig ins Rennen schicken wird. Und die Antwort kam prompt.

Muttis Elf der Schwiegersöhne:

Die Anti-Motzki-Mimosen-Truppe: So würde Mutti spielen lassen.

Nun mag man sich fragen: Wo ist Lahm?? Der ist doch so gut erzogen!! Dazu jedoch meine Mutter: "Den mag ich nicht." Bei Schweinsteiger muss man bedenken, dass dieser als sog. Lausbub gerade bei reiferen Damen gut ankommt (siehe auch: Angela Merkel). Erfahrene Leser dieses Blogs wissen zudem, dass das Urteilsvermögen meiner Mutter in Sachen Kuranyi ("Mein Kevin!") meist komplett aussetzt, womit auch dessen Nominierung erklärt wäre. Und weil ich eine gute Kinderstube habe und mit gutem Beispiel voran gehe, werde ich ihre Aufstellung in keinster Weise anzweifeln. Öffentlich schon gar nicht.

Freitag, 7. November 2008

Bundesliga, Spieltag 12

Ausgerechnet die lahme alte Tante aus Berlin wird den Höhenflug des Sensations-Aufsteigers stoppen. Meint jedenfalls Daniel. Was natürlich die pure Blasphemie ist. Werder dagegen muss in Bochum ran, und die sind ein ähnliches Kaliber wie Famagusta und Athen, eine unlösbare Aufgabe also. Endlich enthüllt: Die kluge Taktik des Jürgen Klinsmann: Fehler machen, um sie prompt einzusehen und korrigieren zu können. Stark! Auch stark: das tolle Hintergrundgepklapper. Definitiv in der Top drei der nervigsten Nebengeräusche bislang.


Mittwoch, 5. November 2008

Bayerns neue Ich-AG?

Oliver Bierhoff sagte also, er könne nicht ausschließen, mal "als Manager beim FC Bayern zu landen", und aus München hörte man ja kürzlich, dass die Hoeneß-Nachfolge in der Winterpause besprochen würde und der Kreis der Kandidaten sehr überschaubar wäre.

Nicht ausgeschlossen also, dass die ICH-AG aus Starnberg mit den Füßen aus Malta unter den letzten Bewerbern ist. Als Entscheidungshilfe habe ich mir schon mal Gedanken gemacht, was sich mit Manager Oliver Bierhoff alles ändern würde beim FC Bayern München.


# Sponsoring. Klar: Nike löst Adidas als neuen Ausrüster ab. Die Branche munkelt über eine Mega-Provision für Bierhoff, der den Herzogenaurachern ihren Zehn-Prozent-Anteil jedenfalls aus eigener Tasche auszahlt. Als Hauptsponsor bringt Bierhoff Wella mit, außerdem wird Audi durch Mercedes und Paulaner durch Bitburger ersetzt. Nebenbei geht der Klub an die Börse und hält schon kurze Zeit später die Mehrheit an Borussia Dortmund.

# Corporate Identity. Auf Anregung des neuen Hauptsponsors wird die adrette Einheits-Fönfrisur eingeführt. Langmattige Zottel wie Demichelis oder van Buyten müssen sich beugen oder den Verein verlassen. Das provinzielle Lederhosengehabe wird durch ein hipperes Auftreten ersetzt: Alle Spieler müssen sich bei XING anmelden (Ich-AG!). Der miefige Fansong "Stern des Südens" wird durch eine schmissige Hymne von Xavier Naidoo ersetzt.

# Spielbetrieb, national. Immer donnerstags reist die Mannschaft zur Zugspitze, wo Oliver Pocher den Kader für das nächste Bundesligaspiel bekannt gibt. Pro 7 überträgt live. In englischen Wochen setzen die Bayern aus (Werbeauftritte!), sie holen dennoch auch so genug Punkte für die Meisterschaft. Direkt nach den Spielen reist die Mannschaft nach Berlin, um gemeinsam mit den Fans vor dem Brandenburger Tor zu feiern.

# Spielbetrieb, international. Auf Europapokalspiele bereitet sich die Mannschaft ebenfalls in der Berliner City vor, damit die Spieler auch mal in Ruhe zu Starbucks gehen können. Vor Auswärtsspielen reist die Mannschaft jeweils in den Teil des Landes, der vom Spielort am weitesten entfernt liegt, um sich dort in einem "TOP ausgestatteten Sporthotel mit allem Drum und Dran" (Bierhoff) auf das Spiel vorzubereiten. Im Anschluss daran geht es direkt wieder nach Berlin.

# Public Relations. Die anderen Bundesligisten werden regelmäßig über Optimierungs-Möglichkeiten unterrichtet. Als Bayern-Manager darf und soll sich Bierhoff beinahe täglich zu den veralteten Methoden der Konkurrenz äußern. Was er auch tut. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, um europäische Sporthotels unter die Lupe zu nehmen. Anders als früher quittiert Karl-Heinz Rummenigge alle Bierhoff-Interviews mit einem zufriedenen Lächeln.

# Human Ressources. Michael Ballack wird nicht zu den Bayern zurückkehren, um dort ENDLICH einmal die Champions League zu gewinnen. Andreas Köpke wird neuer Torwarttrainer, für Jens Lehmann findet sich auch irgendwas. Oliver Kahn pöbelt daraufhin im ZDF herum. Bierhoff beschließt öffentlich: "So lange ICH hier Manager bin, wird Oliver bei uns nicht mal Greenkeeper." Kahn wird daraufhin Manager eines aufstrebenden chinesischen Provinz-Klubs und damit der neue Vorgesetzte von Lothar Matthäus.

Dienstag, 4. November 2008

Der fiese Beauty-Frust

In meinem Lieblingscafé strahlte mich kürzlich eine ganz wunderbare Zeitschrift an, die In Touch, ein sehr, sehr gutes Magazin, in dem ich oft zum Kaffee schmökere, man will ja informiert sein über die Neuigkeiten aus der Glitzerwelt, drum nahm ich es mit und blätterte ein wenig herum, und allein schon das Cover erfüllte mein Herz wieder mit außerordentlicher Freude.

Vorne drauf die wunderbare Victoria Beckham, mit ganz, ganz traurigen Kuhaugen, und darunter der Titel: "Sie ist total unglücklich!", und noch darunterer die dramatischen Einzelheiten: "Ehe-Krise, Karriere-Druck und Beauty-Frust. In Poshs Leben läuft alles schief." Und das alles - dieses Cover, diese Geschichte, diese Frau - hat mich schon wieder ungeheuer mitgenommen. Beauty-Frust, das ist sehr ernst und bringt nur den zum Schmunzeln, der noch nie einen Bad-Hair-Day oder sonstige Beauty-Katastrophen erleiden musste. Und da ich die In Touch nicht mitnehmen durfte und mir die Unterzeile nicht merken konnte, fotografierte ich das Cover, ohne zu ahnen, dass ich einmal davon in meinem Blog erzählen würde. Doch heute passt es.

Denn auch Bayerns Chef-Grätsche Martin Demichelis hat ja neben Karriere-Druck (schon wieder -2 Punkte bei Comunio!) seit heute offenbar ebenfalls Beauty-Frust, das hab ich jedenfalls heute Morgen in der BILD gelesen, wobei das im Falle Martin Demichelis ja weniger Beauty-Frust ist, sondern eher so ein richtig ausgewachsener Beauty-Ärger. Und der geht laut BILD so:


Es gäbe da also einen Schönheitschirurgen, Perez Latorre, und der habe nun also behauptet, Martin Demichelis würde sich vor den Spielen Botox in die Lippen spritzen, weil er auf dem Platz gut aussehen wolle. Botox. In die Lippen. Vor den Spielen. Martin Demichelis. Die BILD nennt das die "fiese Botox-Lüge" und hat auch paar Erklärungen parat. Eine davon geht so: Da hätte Demichelis' Freundin Evangelina also die Operation eines befreundeten Transvestiten (!) bezahlt, der sich für eine Geschlechts-Umwandlung (!) Silikon einsetzen ließ, und dies hätte sie allerdings ausgerechnet (!) bei einem Konkurrenten (!) von Perez Latorre getan, was diesen also womöglich zur fiesen Botox-Lüge trieb, gegen die Demichelis nun Anzeige erstattet habe.

Und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass an dieser Story etwas dran ist. Wenn man mal Botox bei Google eingibt und dann auf die Bilder klickt, dann sieht man ja wie das aussieht. Da sind so Frauen, die ohne viel Geschminke auch die Joker-Rolle in Batman übernehmen können. Und wenn man daneben mal Demichelis hält: dann kann diese Geschichte ja gar nicht stimmen. Wobei mir dabei aber der Gedanke kommt, vielleicht mal so eine Art In Touch für Fußball zu machen. Ich finde, die Kickerei gibt doch genug Stoff her, da müsste sich doch so ein Heft füllen lassen. Das wär doch ganz reizvoll. Mögliche Storys für die erste Ausgabe könnten zum Beispiel sein:

# Candy Dandy: Der Schweinsteiger-Look im Check
# Fashion-Fieber: Unterwegs mit Kevin Kuranyi
# Ballack-Frings: Ist das Traumpaar noch zu retten?
# Lizenz zum Flirten: Was läuft da mit Poldi und Köln?
# Paparazzo-Stress: Rafael van der Vaart in Madrid
# Toni Kroos: Die zehn besten Akne-Tipps
# Besser als Permanent-Makeup: Frings zeigt seine Tattoos
# Style-Voting: Luca Toni und Co - die IT-Boys der Liga
# Hot or Not: Die Herbst-Trends der Bundesligisten
# Fit mit Ailton: Die zehn besten Diät-Tricks

Absolute Sahne-Themen wären das doch. Ich jedenfalls würde das lesen. Müsste halt mal wer machen. Aber die Verlage trauen sich ja nichts mehr heutzutage. Schade, schade.

Freitag, 31. Oktober 2008

Bundesliga, Spieltag 10 und 11

Die spätabendliche Nachbereitung des 10. und Vorbesprechung des 11. Spieltags. Mit glasklaren Statements zu Maik Franz, Torsten Frings, Thomas Schaaf, Grinsi-Klinsi, Super-Hoffe, Mega-Lev und natürlich Köln und Cottbus. Supergeiler Special Effect auch: Beim Griff zur Tasse reagiert die Kamera und verdunkelt die Welt. Da staunt selbst George Lucas!

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Alternative Liste #10

Und der Kollege Moser gestern Morgen dann so: "Du, ich hätt da mal ne Bitte!" - "Was denn, Mosi?" - "Könntest du vielleicht diesmal die Alternative Liste schreiben?" - "Wieso das denn? Das ist doch dein Ding!" - "Ja. Aber ich komm da diesmal echt nicht zu. Und außerdem ist englische Woche. Und dann müsste ich drei in einer Woche schreiben. Und das ist mir echt zu viel. Du weißt doch, wie das immer schlaucht jedes Mal, sich da diesen ganzen wilden Scheiß auszudenken..." - "Hmmm." -"Och bitte, bitte, bitte, du würdest mir tierisch helfen, hast auch echt einen gut bei mir und..." - "Ja, ist ja schon gut, gib her." - "Super! Das hilft mir sehr! DankeDankeDanke!" - "Jaja. Gern."


Hab dann also aushilfsweise des Mosers wunderbare Alternative Liste geschrieben. Vier Stunden hat's gebraucht. Und einige Zigaretten. Dabei in Endlosschleife: Coldplays "Don't Panic". War dann aber gar nicht so schlimm, ging ganz flüssig von der Hand. Hab sogar paar echte mosersche Verwebungen versucht. Kann's aber nicht ganz so gut wie er. Aber für aushilfsweise: war's okay. Und allein schon dieses Bild mit dieser Überschrift. Hehe.

Freitag, 24. Oktober 2008

Bundesliga , Spieltag 9

Ballack-Frings-Löw zum Trotz: Auch am Wochenende gibt es wieder Bundesliga. Und die läuft so: Bayern startet die Serie, Köln kriegt einen Dämpfer, Hamburg droht die Langeweile, und Hoffe macht derweil schonmal den Titel klar. Die Vorschau auf den neunten Spieltag - mit ganz, ganz feinem Setting wieder!


Donnerstag, 23. Oktober 2008

Die Suche nach den Gründen

Nachdem ja sicherlich Konsens herrscht, dass sowohl das Frings-Interview in der BILD als auch das Ballack-Interview in der FAZ zumindest rein formell absolute NO-GOs sind, geht es jetzt so langsam auch mal um die Frage nach dem Warum: Was ist die Ursache für diese Reaktionen? Ich sehe zwei Möglichkeiten:

# Bad Boy Löw: Bruce Löw probt das Muskelspiel und lässt dabei Respekt und Loyalität für die altgedienten Recken vermissen. Im Grunde braucht er sie eh nicht mehr, drum versucht er es subtil über die Hintertür - bis wer die Nerven verliert und Löw die Öffentlichkeit auf seiner Seite weiß.

# Bad Boys Ballack-Frings: Die verhätschelten Herren IchAG-JungMillionär-Sensibelchen lassen ihre übergroßen Egos wüten, versuchen ihren Status von heute mit den Leistungen von gestern zu legitimieren und lassen dabei im großen Stil Realitätssinn, Kollegialität und Anstand vermissen.

Das sind die zwei Möglichkeiten. Im Grunde. Und dazu: gibt es jetzt Fantastilliarden von Meinungen. Und keine davon bringt einen weiter. Weil niemand wirklich was weiß. Ich kann das anhand zweier Kommentare illustrieren:

# In der FAZ schreibt Michael Horeni über Kuranyi-Ballack-Frings und deren Situation, und da wundert er sich, dass alle drei nicht in Bundestrainer Löw ihren ersten Ansprechpartner sahen, sondern in den Medien. Horeni spricht vom spürbaren Reizklima im ehemaligen Hort der Harmonie und sieht diese Parallele: "Nach vier Jahren unter der Führung von Löw und Bierhoff ist dabei jedenfalls nicht mehr zu übersehen: die Unfähigkeit oder der gewachsene Unwille, Konflikte und Interessengegensätze zumindest geregelt miteinander auszutragen - von einem produktiven Umgang ganz zu schweigen."

# In der SZ beschreibt Philipp Selldorf den Bundestrainer als umsorgenden Kummerkasten, der stets das Gespräch sucht - mit Lehmann, mit Hildebrand, mit Frings, mit Kuranyi - um diesen seine Pläne offen und schonend beizubringen. Und dann gehts ums Leistungsprinzip: "Bei der EM hatte Löw ein paar Garantien zu viel gegeben, das hat er selbst eingesehen, nun will er es besser machen. (…) Wie Ballack in Löws simplem Kurswechsel eine Verschwörung erkennen kann, ist ein Rätsel. Er wird es Löw schlüssig erklären müssen, ansonsten wird es vielleicht ihr letztes Gespräch miteinander sein."

Und wenn ich mir diese beiden Kommentare so anschaue, finde ich: OHA! Wenn sich diese beiden Herren schon so komplett uneins sind in der Frage, das Thema jeweils so komplett von der anderen Seite aufrollen, obwohl sie doch seit Jahren so nah dran sind am Geschehen - Sorry!, dann wird es wohl bisschen schwierig mit der Ursachen-Forschung. Weil niemand wirklich was weiß.

Drum zählt jede Meinung gleich viel. Nicht viel. Und da wirds dann müßig. Drum gehts zurück zum Anfang. Denn Frings hat gestern noch was gesagt, zu der Angst vor den Konsequenzen: "Ich habe ja jetzt schon nicht gespielt - mehr kann mir nicht passieren." Und Ballack sagte in Bezug auf die von Löw geforderte Aussprache: "Ich freue mich, dass der Trainer wieder den Dialog mit mir sucht."

Und da dreh ich mich im Kreis: denn solche Sachen: sind absolute NO-GOs. Gründe hin, Gründe her.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Reden wie Paul Breitner

Eigentlich wollte ich heut natürlich über die Bayern bloggen, aber dann war heut Morgen plötzlich ganz dringend ganz aktuell ganz was anderes zu tun, drum muss ich nun umdisponieren, und zu den Bayern hab ich eh noch keine richtige Meinung, außerdem konnte ich kaum was sehen, sowas von voll war das in der Kneipe und außeraußerdem hab ich jetzt das Interview mit Herrn Ballack gelesen.


Herr Ballack sagt im FAZ-Interview also (nachdem er zum Einstieg erstmal bisschen Löw-Kritik geübt hat), ein Konkurrenzkampf sei ja "nichts Besonderes, sondern eine Normalität für jeden von uns", und dann bezieht er ganz mächtig Stellung für Herrn Frings und vermutet gleich noch das Schlimmste: "Wenn man einen nicht mehr will, sollte man das ehrlich sagen." Und ich finde solche Sachen wirklich ziemlich dreist und unverschämt, freue mich dann aber wieder sehr, als Michael Ashelm durchaus Gesicht beweist, als er Herrn Ballack also diese Frage stellt: "Es könnte bei Ihrem Plädoyer der Verdacht aufkommen, die etablierten Spieler in der Nationalelf versuchen im Herbst ihrer Karriere, mit aller Macht ihren Status zu erhalten."

Woraufhin Herr Ballack antwortet: "Natürlich wird das jetzt so ausgelegt werden. Aber gerade deshalb weise ich ja auf den Faktor Leistung hin. Und keiner von uns hat je einen Stammplatz gefordert. Oder haben Sie das gehört?" Und da hat Michael Ashelm leider gar keinen Mut mehr, denn er wechselt das Thema, anstatt genau diese eine Anschlussfrage zu stellen: "Ja, Herr Ballack, das habe ich gehört. Und zwar vor wenigen Sekunden in diesem Interview. Als Sie so vehement Torsten Frings verteidigt haben, der nach ZWEI formbedingten Spielen auf der Bank sofort lautstark via Bild-Zeitung über seinen Rücktritt nachdachte. Was, bitteschön Herr Ballack, ist ein solches Verhalten denn anderes als das Einfordern eines Stammplatzes?"

Aber leider hat Michael Ashelm das nicht gefragt. Die Antwort darauf wäre sehr spannend gewesen. Ich habe das Interview dann unter einigem Kopfschütteln bis zu Ende gelesen und mir dann als Bonbon obendrauf gar noch das mit Herrn van Bommel zum gestrigen Spiel gegönnt, als er auf die Frage nach den Fortschritten im Bayern-Team also unverblümt dieses antwortet: "Wir spielen wieder das System der letzten Saison. Es spielt die gleiche Mannschaft wie im letzten Jahr im gleichen System wie im letzten Jahr. Wir haben nur einen anderen Torwart." Und da platzt mir langsam wirklich der Kragen. Dieses ewige Beschweren und Einfordern von Respekt, und dazu dieses ständige unterschwellige Kritisieren des Trainers: Was erlaube diese Spieler???

Ständig reden und benehmen sie sich wie Paul Breitner.
Nur spielen sie nie so. NIE!

Paul Breitner ist Weltmeister, Europameister, Champions-League-Sieger, zigfacher Deutscher und Spanischer Meister und Pokalsieger, und obendrein einfach eine ziemlich coole Sau. Als Barcelona die Champions League gewann, saß Herr van Bommel auf der Bank. Und bei Herrn Ballack, nun ja, erinnere zumindest ich mich vornehmlich an zweite und dritte Plätze.

Drum halte ich es mehr denn je mit Franz Beckenbauer:
Die sollen mehr spielen und weniger reden. Alle.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Bundesliga, Spieltag 8

Der Super-Saturday mit gleich sieben Wahnsinns-Knaller-Spielen steht vor der Tür, und da sind Kantersiege und Überaschungen natürlich Programm. In der Super-Bundesliga kann schließlich jeder jeden schlagen, was die Super-Bundesliga natürlich zur supersten Liga der Welt macht. Die super fundierte und exzellent vorbereitete Vorschau auf den achten Spieltag, gefilmt bei tollem Wetter und ganz ohne Wind im Café nebenan.

Montag, 13. Oktober 2008

"Mein Kevin ist der Beste!"

Es ist ja wirklich jeder überglücklich jetzt über den Rücktritt a.k.a. die Ausbootung des Kevin Kuranyi aus der Nationalmannschaft - nie wieder muss man nun Angst davor haben, dass Kevin Kuranyi in womöglich wichtigen DFB-Spielen wieder lustlos herumstolpert und davor / dabei / danach beleidigt herumnölt. Das ist nun alles: vorbei! Da ist also eine sehr große Freude in mir drin jetzt, und eigentlich gibt es da auch keine zwei Meinungen, doch dann fiel mir der womöglich einzige Mensch auf der Welt ein, der ein wirklich glühender Anhänger des Kevin Kuranyi ist: meine Mutter. Drum rief ich sie noch am Sonntagnachmittag an. Ein Protokoll.

Ich: Und, Mutter, gestern Fußball geschaut?
Mutter: Nee, ich weiß aber, dass die 2:1 gewonnen haben!
Ich: Aber Kuranyi, Mutter!?! Hast du denn nichts von Kuranyi mitbekommen?
Mutter: Nein. Was ist denn mit meinem Kevin?
Ich: Was soll das eigentlich immer mit "deinem" Kevin?
Mutter: Ich mag den halt! Na und?
Ich: Mutter, wenn ich früher so eine Frisur gehabt hätte wie der, dann…
Mutter: Ach, du hattest doch früher eine viel schlimmere Frisur mit deinen langen Haaren…
Ich: Das sah super aus!
Mutter: Was du so unter "super" verstehst. Aber was ist jetzt mit meinem Kevin?
Ich: Na, der ist raus aus der Nationalelf! Raus! Schluss! Aus! Ende!
Mutter: Wie, raus? Mein Kevin?
Ich: Jap. Dein Kevin. Raus.
Mutter: Wieso das denn? Was ist denn passiert?
Ich: Also: Dein Kevin saß erstmal nur auf der Tribüne und ...
Mutter: ... Was ja wohl schon mal eine Riesen-Frechheit ist!
Ich: Nein, Mutter, der saß da völlig zu Recht!
Mutter: Wieso das denn bitte? Mein Kevin ist der Beste!
Ich: Ist er nicht. Klose, Podolski, Gomez und Helmes sind zum Beispiel besser.
Mutter: Wer ist denn bitte Helmes? Kenn ich nicht.
Ich: Das ist der momentan beste Torschütze der Liga.
Mutter: Ach! Der ist bestimmt nicht besser als mein Kevin!
Ich: Dein Kevin wurde auf Schalke kürzlich sogar von den eigenen Fans ausgepfiffen!
Mutter: Die haben doch keine Ahnung auf Schalke. Die spinnen doch alle da.
Ich: Jedenfalls: Dein Kevin saß also auf der Tribüne und war deshalb stinksauer, und ...
Mutter: ... Und das ja wohl auch völlig zu Recht!
Ich: Nein, Mutter, völlig zu Unrecht! Jedenfalls hat er dann mitten im Spiel das Stadion verlassen, und ...
Mutter: ... Was soll er denn auch da? Wenn er eh nicht spielt? Kann er doch machen!
Ich: Nein, kann er nicht. Schon gar nicht, ohne sich abzumelden!
Mutter: Ach, was du immer hast. Sollen die doch sehen, wie sie ohne ihn auskommen.
Ich: Machen die jetzt auch. Löw hat ihn heute Morgen rausgeschmissen. Ein für allemal.
Mutter: Ach. Der Löw hat doch auch keine Ahnung. Ich fand den schon immer unsympathisch.
Ich: Mutter!
Mutter: Ja, was denn? Ist doch so! Klinsi war viel besser!
Ich: Klinsmann hat gerade gegen Ingolstadt verloren ...
Mutter: Weil es diesen ganzen Millionären viel zu gut geht!
Ich: ...
Mutter: Jedenfalls finde ich das super vom Kevin. Das stinkt ihm halt, wie die mit ihm umspringen. Das lässt er nicht mit sich machen. Der Mann hat Schneid.
Ich: So kann man das auch sehen, Mutter.
Mutter: Ja. Und so seh ich das. Und jetzt Schluss mit Fußball. Kommst du eigentlich Weihnachten auch mal wieder nach Hause?

Und da musste ich wieder einmal feststellen, dass Mütter allen sonst wie logisch erscheinenden Argumenten zum Trotz dann irgendwie doch: immer Recht haben. Und am weitaus längeren Hebel sitzen. Und um das zu demonstrieren, reichen ihnen oft schon paar Minuten am Telefon.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

RUMMMS!?!

Ich habe gestern in der BILD geblättert. Und da was zur Nationalmannschaft gelesen. Weil die ja jetzt gegen Russland spielt. Und das ist ja ziemlich wichtig. Und plötzlich war ich total erschrocken, wenn nicht gar: schockiert. Und zwar deshalb: Der Text war überschrieben mit "Löw greift durch", und da hab ich freilich erstmal nichts erwartet, weil so was liest man ja oft, ständig greift ja irgendwer irgendwo durch, und bei Löw ist durchgreifen ja meistens eh ziemlich samthandschuhig. Jedenfalls hatte die BILD dann auch dieses Löw-Zitat, wo er sagt, dass die Spieler am Samstag, wenn sie in Dortmund durch den Tunnel aufs Spielfeld laufen, nicht mehr wissen dürfen, bei welchem Verein sie spielen und welches Auto sie fahren. Und dann hat die BILD da also das von mir so sehr geschätzte RUMMMS! hinter geschrieben. "RUMMMS!" stand da und: "Dem Bundestrainer stinken die Nebenkriegsschauplätze offenbar gewaltig."


Und das geht mir bisschen zu weit. Normal verwendet die BILD ihr RUMMMS! ja nur, wenn es auch wirklich nötig ist. Damals zum Beispiel, als General Gnadenlos den dreisten Fußball-Millionär Willy Sagnol nach dessen ätzender Kritik rasiert hatte. Da wurde sehr viel geRUMMMS!t in diesem Text. Oder als Uli Hoeneß zur Überzeugung gekommen war, die Öl-Mafia würde ihm das Geld aus der Tasche ziehen, um es in Fußballspieler zu stecken, was ihm, Uli Hoeneß, ganz gewaltig stinken würde, und was auch für ihn, Roman Abramowitsch, gelten würde. Auch da wurde ordentlich geRUMMMS!t. Oder als das letzte Hass-Derby zwischen Stuttgart und Karlsruhe anstand und die BILD nochmal begeistert den Disput der Sportskameraden Gomez und Franz aufgriff, wo der eine den anderen fröhlich als "Arschloch" und "unfairen Sportsmann" titulierte. Auch hier: formvollendete, prächtige RUMMMS!e.

Aber jetzt? Bei Löw? Der lediglich fordert, dass sich seine Spieler vor dem Russland-Spiel doch bitte auf das Russland-Spiel konzentrieren mögen? Das geht mir zu weit. Auch wenn diese Löw-Aussagen durchaus straighter waren als der herkömmliche Löw-Sermon. Solche Sachen verdienen kein RUMMMS!. Höchstens ein rümmmschen. Ich habe RUMMMS! gegoogelt - und knapp 3.000 Treffer erhalten. Es ist somit bewiesen, dass das RUMMMS! zu inflationär verwendet wird. Es verliert dadurch rapide und dramatisch seinen Reiz. Das möchte ich nicht. Ich fordere daher die Einführung von Verfeinerungen und Abstufungen, um das RUMMMS! zu retten. Zum Beispiel könnte es als abgeschwächte Variante ein WUMMS! geben, mit nur zwei M, das bei mittelschweren Fällen zum Einsatz kommt. In besonders harten Fällen könnte man dagegen auf das noch stärkere KAWUMMMS! zurückgreifen, auch mit drei M, dafür aber mit KA davor. Nur so kann auch weiterhin formschön geRUMMMS!t werden.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Bundesliga, Spieltag 7

Super, diese Bayern! Finde ich und meine das ganz ernst; findet Daniel und meint das ganz sarkastisch. Kommen da also nicht zusammen, heute, wir. Aber egal, denn Main Act dieses Videos sind eh der unfassbar fiese Wind und das noch viel fiesere Hintergrundgeräusch. Kann man niemandem anbieten. Wissen wir. Haben wir aber zu spät gemerkt. Nächstes Mal: wieder besser.

Montag, 29. September 2008

Stress von links

War ja wohl EPISCH, was Cottbus da am Samstag abgezogen hat. Erstmal so bisschen geguckt, was die Hertha macht, dann gesehen: Die macht nichts, die Hertha, dann einen PHANTASTISCHEN Konter gesetzt, schön den dritten Innenverteidiger gebracht und den Laden komplett verrammelt. Teuflisch, diese Cottbuser. Ich musste, nein: ich DURFTE das ja tickern. Und kaum kümmere ich mich also mal höchstselbst um Cottbus, klappt das bei denen auch wieder mit dem Grätschen und dem Kratzen und dem Beißen. Da hat die Tickerei gleich doppelt Spaß gemacht. Doch Mitte der zweiten Halbzeit verging mir so bisschen das Grinsen. Denn plötzlich wurds hektisch. Allerdings nicht auf dem Platz, da räumte Cottbus ja weiter ganz vorzüglich ab, hektisch wurd es nur: bei mir. Und der Stress kam von links. Denn da saß der CvD.

CvD: "Bist du schon an der Aufstellungsgrafik dran?"
Ich: "Aufstellungsgrafik?"
CvD: "Aufstellungsgrafik."
Ich: "Ähm. Nö. Nicht direkt."
CvD: "Dann mach mal hin. Bei Spielschluss wird's sonst eng."
Ich: "Äh. Ich weiß gar nicht, wie das geht."
CvD: "Wie, du weißt nicht, wie das geht?"
Ich: "Ich dachte, ich soll nur tickern."
CvD: "Das gehört zum Tickerjob dazu."
Ich: "Ach so?"
CvD: "Ach so!"
Ich: "Aber wenn ich doch nicht weiß, wie..."
CvD: "Da gibt's jetzt gar nichts zu reden. Das muss gemacht werden. Und zwar: von dir. Ende."
Ich: "Cool!"

Und so kannte ich den CvD bislang noch gar nicht. So: straight! Hat mir gefallen. Allerdings war plötzlich auch auf dem Spielfeld wieder Stress. Einwechslungen, Auswechslungen, Gelbe Karten, Rudelbildung, Torchancen, und während ich so schwitze, lädt der CvD nochmal nach:

CvD: "Und die Bilder für die Diashow?"
Ich: "Was ist damit?"
CvD: "Na, hast du die wenigstens schon gemacht?"
Ich: "Ähm. Nein. Nicht direkt. Muss ich?"
CvD: "Natürlich musst du. Mit Spielschluss..."
Ich: "Ja, ja, ich weiß: muss das fertig sein."
CvD: "Absolut. Also mach hin."
Ich: "Ich mach die ganze Zeit schon hin."
CvD: "Dann mach damit mal weiter."

Und langsam stressts mich, aber wenigstens weiß ich hier grob, was zu tun ist, doch leider nervt die Hertha nochmal mit paar Angriffen, also ticker ich die nebenbei und lad nebenbei paar Bilder runter und schneid die nebenbei und mach irgendwie alles: nebenbei. Und dann links wieder der CvD:

CvD: "Und egal, was du grad tust: Nach Spielende: IMMER zuerst den Spielbericht."
Ich: "Spielbericht?"
CvD: "Herrje! Ja, Spielbericht, von der Agentur, muss sofort drauf dann."
Ich: "Ähm."
CvD: "Und das muss dann alles noch in die Content-Navi eingehängt werden."
Ich: "Hm?"
CvD: "Hast du das im Griff?"

Und ich bin es langsam leid, hier so komplett ohne jede Ahnung rumzusitzen, Herrgott, ich bin Blogger, und als Blogger schreib ich Text in große, weiße, leere Felder, da fummel ich nicht in irgendwelchen CMSen rum, doch ich hab keinen Bock mehr auf mein Laientum, drum sage ich:

Ich: "Ja. Klar. Kein Problem. Hab ich im Griff."

Und dann bin ich echt tierisch froh, als Daniel kurz nach Spielschluss zu mir kommt und sagt: "Ich bin mit meinem Kram schon durch. Wenn du willst, mach ich für dich Spielbericht und Content-Navi, und du machst deine Diashow fertig. Okay?" Und ein entschiedeneres OKAY! hat man von mir noch nie gehört.

Sonntag, 28. September 2008

Italien am Wochenende

Ich glaube, nein, falsch: ich weiß: Der geschätzte Kollege @faircheck mag den italienischen Fußball nicht sonderlich.
Er will und will das einfach nicht verstehen. Dabei sind das Ergebnisse wie Musik:

Freitag, 26. September 2008

Nein, man.

Kam also neulich der Chefredakteur rein, und alles fing ganz harmlos an, bzw. eigentlich ganz traurig, denn es ging um Gladbach, des Chefredakteurs Klub, und da läufts ja eher unrund gerade, drum klagte er so bisschen sein Leid. Doch dann wurd's plötzlich ernst.

Er: "Sach ma, willste nich ma son Bundesligaspiel tickern?"
Ich: "Hmm. Weiß nicht. Ja. Nee. Hmm. Ach. Nee. Lass mal."
Er: "War eigentlich weniger als Frage gemeint."
Ich: "Ach so. Ja dann: gern!"
Er: "Freut mich."
Ich: "Wollt ich eh schon immer mal machen."
Er: "Eben."

Hat er clever gemacht. Muss man zugeben. Mich eiskalt von hinten erwischt. Kumpelig angetäuscht und mich dann in all seiner Barschheit gepackt. Und mir dabei auch noch das Gefühl gegeben, die Wahl gehabt zu haben. Großer Psychologe, der Mann. Also:

Ich: "Wann?"
Er: "Samstag."
Ich: "Cool."
Er: "Absolut, man."

Und das mag ich ganz besonders: Hinter so ein handelsübliches "absolut", "ja" oder "nein" packt er manchmal noch so ein lässiges "man". Manchmal auch: "verdammt". Hat tierisch Power. Und manchmal klau ich ihm das, so verdammt schick find ich das, man. Jedenfalls:

Ich: "Kann ich mir das Spiel aussuchen?"
Er: "Welches willste?"
Ich: "Hertha Cottbus."
Er: "Ernsthaft?"
Ich: "Ernsthaft."
Er: "Kriegst du, verdammt."
Ich: "Danke, man."

Und ich weiß nicht, warum die Leute das immer so komisch finden, wenn wer Cottbus mag. Erste Frage immer: "Ist das ernst gemeint?" Zweite Frage: "Kommst du aus dem Osten?" Beantwortet man erstere mit "ja" und zweitere mit "nein", kapiert das immer keiner.

Dabei ist Cottbus doch absolut super. Die spielen das, was sie können. Meist ist das überschaubar, klar, aber gerade deswegen doch auch: so geil. Niemals geht Cottbus ohne Einstellung ins Spiel. Ohne Einstellung wären die ja nackt. Haben doch sonst nichts, die. Super sympathisch, das.

Und die Taktik. Vom Allerfeinsten. Mit zehn Mann alles total verrammeln, vorn irgendwie auf eine Aktion hoffen und das dann ganz sauber nach Hause mauern. Super lässig, so was. Und am Wochenende also gegen Woronin / Pantelic, das schönste Sturmduo der Liga. Wahnsinn.


Die Euphorie nach der 1:0-Führung gegen Bochum. (Foto: Rank)

Und auch wenn ich die Antwort kannte, ein Versuch wars wert:

Ich: "Darf ich parteiisch tickern?"
Er: "Für wen?"
Ich: "Na Cottbus!"
Er: "Spinnst du?"
Ich: "Nein, man."
Er: "Klingt aber so."
Ich: "Also: darf ich?"
Er: "Nein, man. Verdammt."

Und in diesem letzten Satz war wirklich alles drin.
Cottbus. Bei der Hertha. Geil, man, verdammt.

Donnerstag, 25. September 2008

Bundesliga, Spieltag #6

Vorschau auf den sechsten Spieltag. Mit dem Pokalsieger-Besieger gegen die Pokalversager, einer Truppe, die noch schlechter ist als Köln und einem Trainer, der viel zu bertivogtsesque ist. Das alles mal wieder exzellent vorbereitet und eloquent vorgebracht von Daniel und mir.

Mittwoch, 24. September 2008

Jeder verdammte Scheißputt

Ich muss jetzt endlich mal das mit dem Regelmann und dem Ryder Cup loswerden. Der hat sich am Wochenende also wie erwähnt komplette 35 Stunden lang diesen Ryder Cup reingezogen. Drei Tage lang nichts als: Golf. In der Redaktion. Mit kaum Schlaf. Und paar Salzletten. Ich hab das leider nicht live miterleben dürfen, ich war ja nicht in der Redaktion, aber als ich ihn am Montag nur so kurz fragte: "Und Flo, wie war der Rydercup?", ging das gleich schon wieder mit ihm durch. Da holte er tief Luft, schaute traurig aus dem Fenster, und dann brachs los. "Ach, das war alles ganz bitter, 16,5 zu 11,5 haben wir gegen die Amis verloren, das war aber deutlich knapper als es das Ergebnis aussagt, das hat ganz wild hin und her gewogt die ganze Zeit, war echt irre spannend, Garcia war natürlich ein Totalausfall, so was hab ich noch nie gesehen, und ..."

Und da muss ich ihn erstmal wieder unterbrechen, weil er sonst das Atmen vergisst, als frag ich: "Was heißt das denn, 16,5 zu 11,5, ich hab ja echt null Plan von Golf", und da atmet er, und dann ist er beseelt und fängt an mir das zu erklären, und ich merke sofort: ist mir zu kompliziert, ich blick das nicht, also wechsle ich das Thema: "Und das hast du dir 35 Stunden reingezogen?" "Selbstverständlich! Mit Vor- und Nachberichten!! Ryder Cup ist Wahnsinn, das hat mich wieder sehr gekickt, und ...", und ein Kollege, der dabei gewesen ist, also Augenzeuge war, grätscht fies rein: "Ausgeflippt ist der. Total ausgeflippt. Beim Golf. Wie ein Wilder hat der hier rumgeschrien und gejubelt und gehofft und gebangt. Und die anderen haben Bundesliga gemacht." Und da freut sich Regelmann und sagt: "Das war ja auch alles so dramatisch, wir waren immer hinten, von Anfang an, es gab zwar immer die Chance, dass wir das drehen, und fünf Minuten lang hab ich wirklich gedacht: JETZT! JETZT! JETZT! haben wir sie, aber dann hatten wir sie doch nicht und ...", und ich unterbreche ihn wieder mit irgendeiner Frage, und Regelmann holt wenigstens Luft …:

"Curtis und Stricker gegen Garcia und Westwood, das war der Schlüssel, da stand es all square, nur die 18 noch zu spielen, die Amis lagen extrem schlecht, haben alles kreuz und quer in die Walachei geschlagen, und ich war mir so sicher, dass wir das holen, doch dann hat Stricker einen Wahnsinns-Put eingelocht, da wars vorbei, und das hat mich dann doch sehr mitgenommen." Und wieder schaltet sich der Kollege ein: "Geflucht hat der! Gebrüllt und geschrien! Und mehrfach den Amis die Bälle ins Wasser gewünscht!" Und da erwache ich kurz aus meinem Sekundenschlaf und bin total schockiert. Geflucht. Bälle ins Wasser gewünscht. Der Regelmann. Soso. Und als ich streng frage: "Stimmt das, Florian?", rutscht Regelmann verlegen und verunsichert auf seinem Stuhl rum, besinnt sich und grinst und sagt: "Ja.", und dann schaut er kurz raus und sagt von weit her: "Die haben jeden verdammten Scheißputt eingelocht. Und sich dann auch noch sooo abfeiern lassen. USA! USA! USA! [äfft das ganz gemein nach], nee, das war Scheiße alles."

Und da ärger ich mich wirklich sehr, dass ich am Wochenende nicht hier war. Denn so kenn ich den Regelmann gar nicht. Werde nächste Woche daher mit ihm Minigolf spielen. Der Termin steht. Und ich werde alles geben, ihn mit Trashtalk zum Äußersten zu treiben. Will so was mal miterleben.

Montag, 22. September 2008

Fan-Führerschein

Um es mal mit Harald Schmidt zu sagen: Haben Sie es gelesen? [Pause] Heute Morgen: SO!! GROSS!! [ausfallendes Arm-Rudern] in der Zeitung: Die Klinsi-Katastrophe! Kahnlos! Zahnlos! Planlos! [Pause] Fans fordern: Der Titan muss zurück! [Pause, dann: Beifall] Über sechzig Prozent der Bild-Leser fordern heute Morgen also die Rückkehr von Oliver Kahn ins Tor des FC Bayern München. Um neun Uhr sieben waren das exakt 55.139 Meinungen, meine doppelt abgegebene Stimme (einmal Pro, einmal Contra) bereits mit eingerechnet.

Ich möchte daher auch etwas fordern: und zwar die sofortige, flächendeckende Einführung eines einheitlichen, DIN genormten, TÜV geprüften, vom DFB entwickelten und von Angela Merkel und Franz Beckenbauer höchstpersönlich ratifizierten Fan-Führerscheins für alle Experten. Denn ich brauche jetzt endlich mal Ordnung in diesem wie wild vor sich hinwuchernden Meinungs-Dschungel. Da blickt doch langsam niemand mehr durch. Vor paar Wochen noch hieß es: "Rensing für Deutschland!", jetzt hingegen: "Rensing auf die Bayern-Bank!" Was? Denn? Nun?

Jeder hat ja seine Meinung, klar, und heute ist die so und morgen wieder ganz anders, und immer wird sie ganz laut kundgetan, denn immer ist sie ja die einzig richtige, und genau das muss jetzt ein Ende haben. Infoflut goes Meinungsterror und da braucht es jetzt endlich mal bisschen Orientierung. Den Fan-Führschein. Ich stelle mir das so vor: Alle Fans müssen sich einer anspruchsvollen theoretischen Prüfung unterziehen, die der DFB zuvor ohne Einbeziehung von Erich Rutemöller und sonstiger Schergen entwickelt hat. Die Prüfung erfolgt durch einen schriftlichen Fragebogen im Multiple-Choice-Verfahren. Im Anschluss an die Klausuren erhält jeder Fan eine Fan-Führerschein-Nummer (kurz: FFN), die ihn als A-, B-, C-, D-, E- oder F-Fan ausweist, wobei der A-Fan automatisch auf einer Stufe mit Sepp Herberger steht, während der F-Fan stets einfach nur schwarz-rot-geil ist.

Bei allen Meinungsäußerungen und Abstimmungen im Internet ist stets die FFN einzugeben. Auf diese Weise können die eingereichten Meinungen vor der Auswertung (wie in der Markt- und Meinungsforschung ohnehin üblich) angemessen gewichtet werden. Auch bei handelsüblichen Otto-Normal-Kommentaren ist neben dem Benutzernamen stets die FFN anzugeben, sämtliche Kommentare können gefiltert werden, so dass Diskussionen parallel und ganz bequem auf mehreren Ebenen nebeneinander her verlaufen können. Selbstverständlich können sich die Fans ähnlich wie im Judo oder Karate kategorieweise nach oben arbeiten. Spezielle Lernmodule des DFB bereiten kompetent auf die weiteren Prüfungen vor. Sich ewig im Kreis drehende Diskussionen, zum Beispiel um die nähere Zukunft des Lukas Podolski, würden somit endlich zu einem fruchtbaren und validen Ergebnis gelangen. Auch wüsste man auf diese Weise, ob Oliver Kahn wirklich zurückkehren sollte. So kann man da ja leider nur spekulieren.

Sollte die Einführung des Fan-Führerscheins den gewünschten Erfolg bringen, ließe sich im Rahmen eines Franchise-Vertrages womöglich auch im Ausland noch ordentlich abkassieren. Offenbar hat ja zum Beispiel Italien dasselbe Problem. Dort galt Milan-Coach Carlo Ancelotti kürzlich noch als nicht mehr tragbar. Nun hat er im UEFA-Pokal 3:1 gegen Zürich und in der Liga 4:1 gegen Lazio Rom gewonnen. Er gilt nun wieder als sehr, sehr guter Trainer. Ich habe genug davon.

Donnerstag, 18. September 2008

Bundesliga, Spieltag #5

CL-Versager gegen die Helden, das erste Tor für Cottbus, der nächste Elfer für Pantelic und eins der drei besten Derbys der ganzen, weiten Welt - dieser fünfte Spieltag ist schon wieder der absolute Wahnsinn!


Mittwoch, 17. September 2008

Lieber Regelmann,

ich schreibe dir in höchster Not. Sicher hast du von diesem Fußballspiel gestern Abend gehört. Der SV Werder Bremen stümperte sich zuhause zu einem erschreckend torlosen Remis gegen den zypriotischen Teufelsklub Anorthodings Famasonstwas. Und wieder einmal: Tristesse Royal. Und ich bin es leid, Regelmann, ich möchte etwas so Deprimierendes und Erschütterndes nicht mehr sehen. Und ich möchte auch keine Trainer mehr hören, die sagen, Famadingens sei besser als Olympia Athen, und gegen die hätte man ja neulich erst noch verloren.

Ich habe ein massives Boreout, Regelmann. Denke ich an den deutschen Fußball im Europacup, packen mich Lustlosigkeit, Ratlosigkeit, Desinteresse. Ich fühle einfach nichts mehr, verstehst du? Nichts! Kannst du mich hören??? Ich bin leer, Regelmann, leer. Leer, leer, leer. ... Katharsis. Ich bin nicht mehr glücklich mit dem Fußball, ganz unmerklich haben wir uns auseinandergelebt, und jetzt öden wir uns nur noch gegenseitig an. Falsche Erwartungen, Vorwürfe, die immer gleichen Streitereien, das hat alles keinen Sinn mehr. Ich will es beenden.

So geht es jedenfalls nicht weiter, Regelmann. Ich brauche eine neue Sportart. Eine, die meine Liebe und meine Leidenschaft und meine Treue verdient. Und der einzige Ausweg bist: DU! Nur du kennst alle Sportarten dieser Welt. Und irgendwo muss es eine für mich geben. BITTE: Finde sie! Um es dir einfacher zu machen, findest du hier eine kurze (unvollständige) Liste von Dingen, die diese Sportart mitbringen sollte. Ich hoffe, du weißt Rat.

# 1 Es sollte mit Ball sein. Oder einem ballähnlichen Spielgerät. Ziel des Spiels sollte es sein, das Ding einfach irgendwo rein zu tun. Dafür gibt es einen Punkt.

# 2 Leidenschaft und Kampf sind Eckpfeiler dieser Sportart. Mangelnde Fertigkeiten im technisch-taktischen Bereich können so ausgeglichen werden.

# 3 Die deutschen Protagonisten sollten super sein. England hingegen muss sehr schlecht sein. Zu Italien besteht idealerweise eine lange, bissige Rivalität.

# 4 Niemand jammert und nölt über ungleiche Chancen und Kleine, die keine Kleinen mehr sind. Der Anspruch ist grundsätzlich: Die hauen wir durch die Wand.

# 5 Die gängige Platz-Zwei- bzw. Das-Viertelfinale-wäre-ein-Erfolg-Mentalität gibt es nicht. Zweite Plätze und Viertelfinals werden vom Verband hart bestraft.

# 6 Schalke 04, Werder Bremen, Hertha BSC Berlin, VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und Arminia Bielefeld verfügen in dieser Sportart über keine Sparte.

# 7 Die Sportler sind umgängliche Menschen, die wissen, wo sie stehen im Leben. Sie sind bescheiden, kultiviert, weltgewandt. Und sie sind niemals satt.

# 8 Als Zuschauer beschleicht mich vor dem Fernsehgerät ein wohliges Gefühl der Wärme. Niemals habe ich das Gefühl, meine Zeit sinnlos zu verschleudern.

# 9 Regelmäßige Groß-Veranstaltungen wären schön, allerdings gibt es keinerlei Fanmeilen-Gedöns und Kollektiv-Euphorie. Niemand ist schwarz-rot-geil.

# 10 Der BILD-Zeitung ist diese Sportart mitsamt ihren Protagonisten gänzlich unbekannt. Sie berichtet niemals darüber.

Lieber Regelmann, dies wären die mir auf Anhieb wichtigsten Punkte. Ich hoffe sehr, dass du mir weiterhelfen kannst. Solltest du Nachfragen haben, bitte hier per Kommentar. Hab schon jetzt tausendfach Dank für deine Vorschläge!

Mit Kopfschmerz, unrasiert und auf Rettung hoffend,
Riesenschnörkel:
Oliver

Montag, 15. September 2008

Bundesliga, Spieltag #4

Schalke arrogant, Dortmund emotional auf links gedreht, Lutz Wagner in Schwarzgelb, Pantelic zu blöd, Bayern auf Spur und der Rest (vor allem: Köln) einfach zu schlecht. Das Review des vierten Spieltags.


Donnerstag, 11. September 2008

Drei drei in Finnland

Wenn man in Finnland drei Mal hinten liegt, ist es natürlich klar, dass man sich einiges reaktionäres Genöle anhören muss. Von so Leuten, die meinen, dass früher alles besser war. Und bevor ich mir so was jetzt anderswo durchlesen muss: schreib ich das lieber selbst.

Früher war das alles geiler. Da hatte die deutsche Mannschaft einen Libero, davor zwei bis drei Vorstopper, davor nochmal zwei Zerstörer, außen zwei Flitzer, und vorne hat irgendwann irgendwer irgendwie einfach einen reingewichst. Da stands dann eins null, das hat man dann sauber nach Hause gemauert, und fertig war die Laube. Klar, das war oft mehr als hässlich, aber das war egal, denn das war: gewinnen, da gabs drei Punkte und hinterher keine Missverständnisse. Auch während der EM hab ich mich genau dann besser gefühlt, als die deutsche Elf wieder ungeniert drauflos gerumpelt hat. Das kannte man, das war vertraut, das war okay, da wusste man, was man hat. Man hat sich da: zuhause gefühlt. Selbstverständlich war das oft ein super unansehnliches Gebolze und Geholze und Gemache, aber man konnte das halt nicht besser, man hat ja nur das Beste draus gemacht, und irgendwo war das doch auch ganz sympathisch.

Und heute: Spielen die drei drei in Finnland. Weil sie nach vorne spielen. Und hinten nicht aufpassen. Früher wären die da hin gefahren, hätten alles abgeräumt und wären dann eben mit eins null oder schlimmstenfalls: null null heimgefahren. Jedenfalls hätten die da sicher nicht drei Mal zurück gelegen. Ich habe mir vor kurzem ein Italien-Trikot gekauft. Noch vor wenigen Jahren wäre das: UNDENKBAR gewesen. Doch mittlerweile hab ich umgedacht. Die Italiener sind die einzigen, die noch so richtig eklig und abgewichst sind. Ich mag das. Niemals kämen die Italiener auf die verrückte Idee, drei drei in Finnland zu spielen. Die spielen zwo eins auf Zypern und zwo null gegen Georgien und machen jeweils in der 90. ein Tor. Und dann fahren die heim und haben sechs Punkte. Fertig. Ich finde das irgendwie ... nun ja ... beruhigend. Dass es so was noch gibt. Dass da wer nicht mit der Zeit geht und vertikal und riskant und völlig BLIND nach vorne stürmt. Dass da wer einfach nur: abgewichst ist und: gewinnt.

"IM SPIEL NACH VORNE WAREN WIR KLASSE!!!", ist Joachim Löw dem Sidekick des TV-Titans*, Johannes B. Kerner, akkurat über den Mund gefahren, als dieser zu einer leichten Kritik am Abwehrverhalten der DFB-Elf ansetzen wollte. Und Löw wiederholte das gern noch einmal, als Kerner einen zweiten Versuch startete: "NACH VORNE: KLASSE!!!", und da hat er Recht, das war okay, vor allem das rehhagellesque Einwechseln zweier weiterer Stürmer war sexy. Werder Bremen ist im Spiel nach vorne auch meistens KLASSE. Und keine Mannschaft in der Bundesliga ist mir so sympathisch wie Werder. Nur: Die gewinnen halt meistens nichts.

* Fußnotiz zum TV-Titan: Sorry, aber: mies, ganz mies. Begründung: 1.) Sinnleeres Äh-natürlich-schon-auch-Druck-
und-klar-auf-diesem-Niveau-geht-das-nicht-Gefasel. 2.) Verbissenheit, Schmallippigkeit und Unlockerheit Galore. 3.) Indiskutable Probleme mit der Technik. Ich will Jürgen Klopp zurück.

Montag, 8. September 2008

Da lacht das Kennerherz

Sechs zu Null, was ein Spiel, oder? Okay, ernsthaft: Ich hab das ja mit Ravanelli und dem Trainer geschaut, und es dauerte echt nur paar Minuten, bis beide rummaulten, warum man das denn überhaupt schauen würde, das bringe doch alles nichts, dieses alberne Gekicke usw. usw. - und da musste ich natürlich gleich zur Ordnung rufen. Schließlich ist das WM-Quali, das ist wichtig, das ist ernst, das ist Schwarz-Rot-Geil light, und da ist man gefälligst dabei und unterstützt die Jungs, später, in 2010, Südafrika, da kann ja jeder kommen, aber jetzt und hier: zählts doch auch schon, auch wenn das natürlich echt grauslig zum Anschauen war. Also hier mal die ...

... Gedanken zum ersten Spieltag, roh, unsortiert und unausgegoren:

Klose-Bashing macht langsam keinen Spaß mehr ... mit den Dänen und Norwegern war auch schonmal mehr los ... tja, England, du wirsts auch wieder schwer haben, schon am Mittwoch in Kroatien, da geht das Gejammer wieder los ... Italien, Wahnsinn, schon wieder sowas von abgewichst, Abscheu, Bewunderung, bei Italien ist das irgendwie immer beides ... Frings und Ballack braucht kein Mensch, zumindest jetzt nicht ... später eigentlich auch nicht mehr ... Rehhagel ist halt doch ein Fuchs ... Yess!, Irland, Yess!, genau so muss es weitergehen ... Westermann und Trochowski im DFB-Dress, das tut trotz allem irgendwie in den Augen weh ... wie lange wollen sich Les Bleus eigentlich noch mit diesem Trainer herumärgern? ... wann geben Zidane, Blanc, Desailly und Dugarry endlich ihr Comeback? ... man sollte den Serben am Mittwoch die Daumen drücken ... Ballack nervt, Bierhoff auch, Ballack aber noch viel mehr ... und last but not least: Na also, Österreich, es geht doch!!!

Soweit der erste Spieltag, und super, am Mittwoch - also nur zweimal schlafen! - gibt es gleich den nächsten, mit so sehr, sehr guten Spielen wie Andorra vs. Weißrussland, Bosnien vs. Estland, Aserbaidschan vs. Liechtenstein, Moldawien vs. Israel und, mein absoluter Favorit: Albanien vs. Malta. Da lacht das Herz des Fußball-Kenners.

Mittwoch, 3. September 2008

Abu Dhabi

Die Fußballwelt ist derzeit in großer Sorge, weil sie gestern erfahren hat, dass sie ab morgen nicht mehr so sein wird, wie bisher. Genaueres weiß die Fußballwelt allerdings auch noch nicht, ihr wurde lediglich gesagt, dass von nun an alles anders wird, und gerade diese Ungewissheit ist es, wegen der sich die Fußballwelt nun so das Hirn zermartert.

Bedanken kann sie sich bei Sulaiman Al Fahim, einem milliardenschweren Araber, dem womöglich langweilig war mit all seinen Firmen, seiner TV-Show, den Hollywood-VIP-Partys und dem täglichen Bad im Geldspeicher, weshalb dieser kurzerhand den englischen Vorzeigeklub Manchester City (230 Millionen) und den brasilianischen Vorzeigekicker Robinho (40 Millionen) erwarb. Was die Fußballwelt dabei vor allem beunruhigte, war die Aussage Al Fahims, er fühle sich wie ein vollkaskoversicherter Bulldozer, der nicht zu stoppen sei, bis er seine Ziele erreicht habe, und das neueste Ziel sei nun also der Gewinn von Meisterschaft und Champions League, wofür man nach Al Fahims Rechnung exakt 18 Spieler zu je 40 Millionen Euro benötige.

Die Fußballwelt befindet sich nun also in der großen Sorge, womöglich komplett aus den Fugen zu geraten, und das, obwohl sie derlei Sorgen ja erst kürzlich ein wenig abstreifen konnte, schließlich war es Roman Abramowitschs Chelsea auch im xten Versuch nicht gelungen die Champions League zu gewinnen, Edwin van der Sar, das Elfmeterschießen und John Terry hatten etwas dagegen. Durch Abramowitsch ist bisher also nichts aus den Fugen geraten, doch erstens kann sich die Fußballwelt nicht dauerhaft auf das Elfmeterschießen verlassen und zweitens verfügt Al Fahim über gut neunmal mehr Kapital als der neureiche Russe. Es wird die Fußballwelt daher sicher sehr freuen zu hören, dass sich auch durch Al Fahim nichts ändern wird. Denn auch ich habe etwas durchgerechnet:

Grob geschätzt gibt es für jede Position 10 Spieler, die das Prädikat Weltklasse verdienen und somit auf der Liste von Al Fahim stehen. 10 Spieler mal 11 Positionen ergibt 110 Angebote, minus 18 Einkäufe, ergibt 92 Weltklasse-Spieler, die noch auf dem freien Markt sind, was bei den kolportierten 8 Klubs, die die Champions League gewinnen können, genau 11,5 Spieler pro Klub ergibt. Das sind potentiell also acht gleich gut besetzte Startformationen. Sollte Al Fahim nun wie angekündigt einkaufen, so hätte er sich damit lediglich einen lächerlich verschwindend geringen Vorteil von 2,5 Einwechselspielern pro Spiel erkauft. Und auch wenn gerade enge Spiele oftmals von der Bank aus entschieden werden: Über derartige Lappalien braucht sich die Fußballwelt nun wirklich nicht derart den Kopf zerbrechen.

PS: Und allen, die sich gern von großen Zahlen blenden lassen, sei gesagt: Als Diego Maradona einst von Barcelona nach Neapel wechselte, kostete er 12 Millionen Euro. Wenn sich Al Fahim nun Cristiano Ronaldo gönnen will, wird er gut 120 Millionen blechen müssen, also das Zehnfache. Und wer in zehn Jahren Toni Kroos verpflichtet, wird wahrscheinlich 1,2 Milliarden auf den Tisch legen müssen. Na und? Das sind nur Nullen. Die lassen sich locker auf die Inflation schieben.

Mittwoch, 27. August 2008

Bundesliga, Spieltag #3

Die Bayern gewinnen die nächsten 32 Spiele, Leverkusen ist nicht ernst zu nehmen, Magath stellt falsch auf, und Köln hat nichts zu bieten. Das Wichtigste zum 3. Spieltag, gefilmt im Café nebenan.


Dienstag, 26. August 2008

"Paar Brasilianer?"

Nachdem der Mega-Coup mit Eto'o nun doch nicht geklappt hat, startet der umtriebige und medienverrückte Boss von Taschkent einen zweiten Versuch, einen Megastar zu holen. Und siehe da, bei seinem alten Freund, dem umtriebigen und geldverrückten Berater, hat er diesmal sogar Erfolg: Der große Rivaldo wechselt ins schöne Usbekistan. Und so ists passiert:

BOSS: [wählt] ... tuuut ...
BERATER: [nimmt ab] Ja? Hallo?
BOSS: [freudig] Hallo, mein Freund! Hier ist der Boss von Taschkent!
BERATER: [genervt] Boah, nicht schon wieder du, Kumpel!
BOSS: [enttäuscht] ...
BERATER: [hart] Ich hab dir doch gesagt: Der Eto'o bleibt in Barcelona! Das war nur PR damals! Peee! Errr! Ein Gag für die Medien, verstehste!?
BOSS: [ehrlich] Klar. War ja auch super.
BERATER: [beruhigt] Na also! Was willste dann jetzt noch?
BOSS: [erregt] Einen Weltmeister.
BERATER: [belustigt] Einen Weltmeister?
BOSS: [erregt] Einen Weltmeister.
BERATER: [genervt] Junge, vergiss es, echt. Oder glaubst du, nur weil paar von denen so verrückt sind, nach Wolfsburg zu gehen, sind paar andere noch verrückter und kommen zu dir in dein Usbekidingsda?
BOSS: [überzeugt] Ist schöner als Wolfsburg.
BERATER: [wissend] Hmm. Stimmt auch wieder. Aber ich kann dir keinen Italiener schicken. Ich hab gar keinen unter Vertrag. Die regeln das immer alles selbst. Familie und so. Verstehste?
BOSS: [hartnäckig] Ich will aber einen Weltmeister. Wir brauchen Presse.
BERATER: [fies] Paar Brasilianer hätt ich.
BOSS: [heiß] Wen?
BERATER: [kalkulierend] Von den Guten kriegste keinen, die krieg ich noch woanders verramscht, außerdem sind die ja auch nicht Weltmeister. Ich hätte da aber was für dich ... wart mal ... [kramt rum] ...
BOSS: [wartet geduldig] ...
BERATER: [fündig] Ah, hier, also ... brauchste mehr was für vorne oder mehr was für hinten?
BOSS: [heiß] Vorne! Spektakel! Presse!
BERATER: [kramt und raschelt und sucht] Vorne, hmm, okay, ... also Ronaldinho ist schon weg, da kommste bisschen zu spät, Kumpel ... Den Ronaldo erreich ich schon seit Wochen nicht. Hat aber eh mächtig zugelegt ... Denilson ... Denilson ... hmmm, was macht der eigentlich? ... egal ... Luizao!, hehe, aber nee, so fies bin ich nicht, da hab ich schon diesen Typen aus Berlin damals so richtig schön über den Tisch gezogen, hehe ... aber ich hatte doch hier irgendwo noch ... [blättert so rum] ... ah ja, hier: Rivaldo!! Den kannste haben! Na, was sachste?!
BOSS: [unschlüssig] Rivaldo?
BERATER: [erregt] Rivaldo. Von Barca damals. Weißte nicht mehr? Mit Figo und so. Da war immer ordentlich Spektakel.
BOSS: [misstrauisch] Ist der nicht zu alt?
BERATER: [heiß] Alt? Erfahren ist der, Kumpel, erfahren! Hat alles gewonnen. Sogar in Griechenland ist der Meister geworden. Zieh dir das doch mal rein! In Grie-chen-land!!
BOSS: [denkt nach] ... Okay. Den nehme ich.
BERATER: [finster] Wie lange brauchst du ihn?
BOSS: [ruhig] Wie lange macht ers noch?
BERATER: [fies] Normal ein Jahr, in eurer Graupenliga schafft er auch zwei.
BOSS: [kalt] Kostet?
BERATER: [kumpelnd] Nicht billig, Kumpel, nicht billig, aber für dich ja kein Problem. Ablöse ist geschenkt, halbe Mille, Gehalt wird allerdings zweistellig.
BOSS: [Schluckt] Schluck!
BERATER: [heiter] So ein Superstar verdient halt auch wie ein Superstar.
BOSS: [kühl] Okay, gebongt. Muss aber auch Presse geben.
BERATER: [heiß] Klar, Ehrensache, kennst mich doch. Wenn der bei euch ist, ruf ich nen Kumpel an, der schreibt so Blogs, der bringt das ganz groß raus.
BOSS: [ahnungslos] Was sind Blogs?
BERATER: [vertrauensvoll] Egal. Ist super. Vertrau mir.
BOSS: [vertrauensselig] Okay. Wann kommt Rivaldo?
BERATER: [abwürgend] Schick ich dir nächste Woche rum. Du, muss jetzt aber Schluss machen, da rufen noch paar Leute an gleich.
BOSS: [...] Ja, ja, bis denn dann.
BERATER: [...] Ja, machs gut, du.

Freitag, 22. August 2008

Alter Schwede!

Kurze Zwischendurch-Hommage für Jörgen Persson.

Als Jörgen Persson zum ersten Mal Weltmeister im Tischtennis wurde, stand Wang Hao, der derzeit beste Spieler der Welt, noch ganz am Anfang seiner Karriere. Er war ja erst fünf. Und musste miterleben, wie das schwedische Jahrhundert-Team Persson-Waldner-Appelgren im Finale der Mannschafts-WM von Dortmund kurzen Prozess mit Chinas Chen Longcan, Jiang Jialiang und Teng Yi machte: 5:0 für Schweden. 1989 war das, und das ist so lange her, dass sich die Statistiken nicht mal mehr auf der Webseite des Tischtennis-Weltverbands ITTF nachlesen lassen. Die Zeitrechnung der ITTF beginnt 2001. Also weit vor den großen Erfolgen des Jörgen Persson, der 1986 Europa- und 1991 Weltmeister im Einzel wurde. Das ist jetzt 17 bzw. 22 Jahre her. Heute ist Persson 42 Jahre alt. Er steht im Halbfinale der Olympischen Spiele in Peking.

Ich muss da unweigerlich an den letzten Teil der Rocky-Saga denken. Als Rocky Balboa mit gut 50 Jahren sein Comeback plant, fragt ihn Kumpel Paulie: "What?! You haven't peaked yet?", und Rocky antwortet, nein, seinen Höhepunkt hätte er noch nicht erreicht, da läge noch so einiges im Verborgenen. Er wagt also das Comeback, tritt gegen den ungeschlagenen Weltmeister an, hält bis zur letzten Runde durch und sagt: "We have peaked!"

Bei Jörgen Persson dachte man eigentlich, diesen Höhepunkt schon vor acht Jahren miterlebt zu haben. Bei der Mannschafts-WM in Kuala Lumpur. Persson und Waldner gehörten damals schon längst zum alten Eisen, und im Finale wartete die neue Generation übermächtiger Chinesen: Kong Linghui, Liu Guoliang und Liu Guozheng. Doch Schweden siegte. Mit 3:2. Persson gewann beide Einzel. Ein episches Finale. Das letzte große Hurra. Dachte man. Bei den Olympischen Spielen 2004 überraschte Jan-Ove Waldner die gesamte Tischtennis-Welt, als er mit 38 Jahren, deutlichem Bauchansatz und kaum Training bis ins Halbfinale vorstieß. Im Viertelfinale hatte er mit viel Routine und noch mehr Händchen den damals besten Spieler der Welt besiegt: Timo Boll. Zwölf Jahre nach der Goldmedaille in Barcelona war Jan-Ove Waldner das letzte große Wunder gelungen. Nun hat Jörgen Persson nachgezogen. Er steht im Halbfinale von Peking. Und misst sich mit der mittlerweile dritten Generation chinesischer Top-Spieler - deren Trainer einer der Gegner von 2000 ist: Liu Guoliang. Es ist der immer gleiche Kampf im Tischtennis: China gegen den Rest der Welt. Und offenbar hat der Rest der Welt nichts Besseres zu tun, als immer wieder ihre alten Schweden gegen neue Chinesen in den Kampf zu schicken.

Wenn Jörgen Persson eine Medaille gewinnen will, muss er nun die dritte Generation von Chinesen besiegen. Das scheint, wie immer eigentlich, vollkommen unmöglich. Sein Gegner: Wang Hao, der Fünfjährige von damals, mittlerweile Nummer eins der Welt und ein wendiger, schneller und aggressiver Spieler. Zu stark für Persson. Gut möglich, dass er böse überrollt wird. Egal! Persson hat jetzt mit seinem Freund Waldner gleichgezogen. Trotz aller Generationen übergreifender Dominanz der Tischtennis-Weltmacht China: Die zwei Größten aller Zeiten kommen aus Schweden.